Wie macht Kulturtourismus ländliche Räume erfolgreich?

Kulturlandschaft
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Kulturtourismus ist ein echtes Markenzeichen für den Deutschlandtourismus, bisher aber vor allem für die Metropolen. Dabei kann der Tourismus gerade in strukturschwachen Regionen ein Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung sein. Deshalb gilt es, die kulturtouristischen Potenziale in den ländlichen Regionen zu identifizieren und zu nutzen. Als Tourismusbeauftragte der Bundesregierung unterstütze ich diesen Prozess und lasse derzeit in unterdessen fünf Modellregionen Konzepte erarbeiten und erproben, die als Beispiel dienen sollen und für andere Regionen zum Vorbild werden können.

Eine kleine Rundreise hat mich vor einiger Zeit in ganz unterschiedliche Landschaften abseits dieser Modellregionen geführt. Dort haben mich einmal mehr die vielfältigen kulturtouristischen Schätze in der Fläche beeindruckt. Wie dicht dabei die unterschiedlichsten Facetten beieinander liegen, zeigte z.B. die traditionelle Fahrt mit der seit 130 Jahren verkehrenden Bäderbahn „Molli“ von Kühlungsborn nach Bad Doberan und die meisterliche Baukultur des Doberaner Münsters, einer Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert. In Gifhorn beeindruckten mich Natur- und Heidelandschaft sowie im Schloss und im Mühlenmuseum das Zusammenspiel von Alt und Neu zur Pflege von Brauchtum und Handwerkskunst. Im Saarland war ich schließlich zwischen dem Baumwipfelpfad und dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte unterwegs, einem Industriedenkmal, das u.a. für Musikfestivals genutzt wird.

Ich habe bei diesen Besuchen viele hochinteressante Gespräche geführt und dabei erfahren, wo in den Regionen die Stärken und die Schwächen liegen, was gut läuft und wo die „Säge klemmt“. Insgesamt hat mich das in meiner Einschätzung bestärkt, dass wir mit dem Projekt „Die Destination als Bühne: Wie macht Kulturtourismus ländliche Regionen erfolgreich?“ den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Es kommt in jeder Region darauf an, kulturtouristische Potenziale im weitesten Sinne zu erkennen, daraus attraktive Produkte zu entwickeln und diese gemeinsam zu vermarkten. Das funktioniert nur dann, wenn es gelingt, das leider immer noch verbreitete Kirchturmdenken zu überwinden, tragfähige Netzwerke zwischen Touristikern und Kulturschaffenden zu knüpfen und dabei auch die kommunalen Entscheidungsträger mit ins Boot zu holen.

In diesem Sinne möchte ich mit meinem Projekt auch einen Dialog und Erfahrungsaustausch der Regionen untereinander anstoßen. Daher lade ich Sie herzlich ein: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die diese Dialogplattform bietet. Je mehr sich beteiligen, desto mehr können wir voneinander lernen und miteinander ins Gespräch kommen. In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Beiträge!

Iris Gleicke (* 18. Juli 1964 in Schleusingen, Thüringen) ist die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, für Mittelstand und Tourismus sowie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Sie ist maßgeblich an der Umsetzung des Projekts »Die Destination als Bühne: Wie macht Kulturtourismus ländliche Regionen erfolgreich?« beteiligt und begleitet die Projektpartner bei ihrer Arbeit unterstützend.

www.beauftragte-neue-laender.de

Iris Gleicke, MdB,

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