Oberlausitz: Profil als Kulturregion

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Ziel ist nach wie vor, ein Dachthema und / oder Kernthemen und Leuchttürme zu definieren und darauf aufbauend eine touristische Produktkombinationen sowie eine Vermarktungs-Dramaturgie übers Jahr zu entwickeln. Nach unserem Ansatz bildet der bereits existierende lose Verbund aus Görlitz-Zittau-Kammenz- Bautzen-Lauban-Löbau als zu entwickelnde „Kulturregion Sechs-Städte-Land“ inhaltlich, geografisch und strukturell den Rahmen, um kulturtouristische Höhepunkte zu vermarkten.

Die Marketing Gesellschaft Oberlausitz hat damit begonnen, die insgesamt 14 Themenradwege der Region zu einem langen Rad-Rundweg zu verbinden, der Sehenswürdigkeiten und touristische Leuchttürme vernetzen und damit besser vermarkten soll. Damit entsteht ein über 600 km langer Rad-Rundweg, über den sich die gesamte Region erschließen lässt. Die Vermarktung kulturtouristischer Angebote soll hier anschließen, insbesondere gilt es, kulturtouristische Leuchttürme zu identifizieren und im Rahmen des Projektes weiter zu konkretisieren.

Anknüpfungspunkte sind darüber hinaus das vorhandene Netzwerk Gartenkulturpfad sowie die Via Sacra, weil es hier schon eine (grenzüberschreitende) Struktur und Vernetzung, eine entsprechende Infrastruktur und Werbemittel gibt.

Erweiterter Ansatz: Soziokultur als touristische Entdeckungsreise
Die Partizipation der Einwohner vor Ort soll im Mittelpunkt stehen. Daraus ist im Gespräch mit den Facharbeitsgruppen des Kulturbeirats die Idee entstanden, bei der Entwicklung und Vermarktung kulturtouristischer Angebote nicht die üblichen „Klassiker“ in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Besucher auf Entdeckungsreise zu soziokulturellen Initiativen und Orten zu schicken. Damit könnte:

  • Sich die Oberlausitz touristisch als Vorreiter positionieren. Soziokultur touristisch zu vermarkten ist bisher eher ein Ansatz im städtischen Raum (z.B. Leipzig), um „übersättigten“ Kulturtouristen neue Anreize zu bieten.
  • Die Oberlausitz touristisch und kulturell neue Zielgruppen ansprechen. Im Fokus stehen dabei vor allem urbane, individualistische und eher zahlungskräftige Besucher, die Geheimtipps und neue Trends suchen, Wert auf einen nachhaltigen Lebensstil und Konsumverhalten legen und eher kritisch sind. Dazu zählen sowohl junge Paare und Freundegruppen als auch Familien mit Kindern sowie die klassischen Kulturreisenden 45+, die „alles schon kennen“ und an kulturellen Neuentdeckungen interessiert sind.
  • Die Oberlausitz Touristen auch jenseits der zentralen Orte zu überraschenden Erlebnissen in der Region führen (Schwarzkollm & Krabatmühle, Großhennersdorf & Filmfest, Kulturinsel Einsiedel)
  • Die Oberlausitz wirtschaftliche Effekte erzielen: dies betrifft zunächst die Sicherung von Arbeitsplätzen – in den Einrichtungen selbst, aber auch in touristischen und tourismusnahen Betrieben (Gastro, Hotel etc.) und soziokulturelle Initiativen (Läden, Werkstätten, Cafés, Veranstaltungsorte). Darüber hinaus kann die Betonung und Vermarktung der reichen Kreativwirtschaft der Oberlausitz auch Imageeffekte haben (steht für Lebendigkeit, Zukunft, Verjüngung, innovative Ideen, Kreativität) und die Attraktivität der Region für junge, qualifizierte Zuzügler zu erhöhen.
  • Sich die Oberlausitz auch gesellschaftlich ein Stück verändern: durch Partizipation entsteht Identifikation, mehr Selbstbewusstsein und Eigeninitiative in der Region – ein Bewusstsein für die Teilhabe an den Werten und Kulturgütern der Region. Genau das macht den Ansatz auch nachhaltig – wir setzen nicht auf typisch touristische „Attraktionen“, sondern auf authentisches Erleben und Entdecken sowie menschliche Begegnungen. Und hier schließt sich der Kreis – ist genau dies doch ein tiefes Bedürfnis bei vielen „übersättigten“ Touristen.

Festival Sechs-Städte-Bund
Zeitgleich und parallel zu unserem Ansatz ist in der Oberlausitz die Idee zu einem Klassik-Festival der anderen Art entstanden. Es greift das Thema Austausch – Europa in Bewegung auf und könnte als Leitprojekt ein Anker (oder Leuchtturm) für einen „anderen“, nachhaltigen Kulturtourismus sein.

Zielgruppen sind sowohl Einheimische, die durch die Mischung von Pop- und Hochkultur einen Zugang zu klassischer Musik finden, als auch klassische Kulturtouristen oder Popkulturkonsumenten und Festivalbesucher. Ausgehend von dem Festival können verschiedene touristische Angebotsformen entwickelt und eingebunden werden:

  • Neue Veranstaltungsformate und Einbindung regionaler Künstler, ggf. Gründung eines eigenen Festival-Kammerorchesters,
  • Bildung und Musikpädagogik: Schulprojekte sorgen für die Verankerung in der Region. Denkbar sind darüber hinaus Formate, die es Schülern ermöglichen, kulturelle Orte zu erkunden und dazu eigene Inhalte zu entwickeln bzw. zu teilen (Beispiel: www.weimarpedia.de)
  • Konzertformate und Kombination mit touristischen Angeboten: geplant sind eine radiogeführte Fahrradtour, eine musikalische Sechs-Städte-Rundfahrt, Konzerte an außergewöhnlichen Veranstaltungsorten (Kloster Oybin, Wasserschloss Hainewalde, Gedenkstätte Bautzen)
  • Kooperation und Vernetzung der soziokultureller Angebote in der Region: Krabatmühle, Kulturinsel Einsiedel, Cafés & Läden & Restaurants, Kulturfabrik Hoyerswerda, Steinhaus Bautzen, Turmvilla in Bad Muskau, Hillersche Villa, Kühlhaus Görlitz, Neiße Filmfestival, Mandau Jazz Festival…..
  • Kooperation mit „klassischen“ Angeboten, z. B: Besucher des Zittauer Fastentuchs werden mit alternativen Zusatzangeboten / der Entdeckung soziokultureller Angebote länger in der Stadt bzw. der Region gehalten. Von den Mittelzentren werden die Gäste aufs Land geführt. Dabei bilden die kulturtouristischen Leuchttürme Orientierung und Bezugspunkte.

Nächste Arbeitsschritte
Es wurde vereinbart, ein konkretes Vernetzungsbeispiel zu erarbeiten. Dazu fanden im Mai zwei Expertenrunden statt. In diesem Rahmen wurden folgende Themen bearbeitet und diskutiert:

  • Ansätze zur Entwicklung eines Kooperations- und Netzwerks sowie eines Vermarktungskonzepts für die kulturtouristische Vermarktung.
  • Entwicklung einer räumlichen und zeitlichen Dramaturgie zur Vernetzung, das Sechs-Städte-Bund-Festival könnte das Leuchtturmfestival sein. Von den Orten der Festivals führen die Spuren dann in die Region. Dies soll an konkreten Beispielen mit konkreten Partnern erarbeitet werden.
  • Entwicklung von Angeboten: (1) Individuell mit nachhaltigen Verkehrsmitteln wie dem Fahrrad, zum Beispiel eine Fahrradrundtour oder Fahrradausflüge zu den verschiedenen „alternativen Leuchttürmen“ bzw. für verschiedene Zielgruppen; Anbieter wie Fahrradhotels, Verleihstationen etc. können eingebunden werden; (2) über besondere Angebote oder besondere Veranstaltungsformate (radiogeführte Fahrradtour, musikalische Sechs-Städte-Rundfahrt, außergewöhnliche Veranstaltungsorte (Kloster Oybin, Wasserschloss Hainewalde, Gedenkstätte Bautzen)
  • Marketing: Anforderungen ans Marketing bzw. die Plattform zur Vermarktung mit Veranstaltungskalender -> Vernetzung
  • Kümmerer: Strukturelle Anbindung und Finanzierung eines vor Ort installierten Ansprechpartners und Koordinators
Heike Bojunga,

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