Netzwerk sucht Destination - oder "Welche Destination kann unsere Bühne sein?"

Culturcamp Contest
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Bereits seit 2013 sind die Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand, Kultur und Arbeit e.V. und das kulturtouristische Kira Netzwerk im Aufbau eines Netzwerks in der ländlichen Region Heilbronn-Franken aktiv. Seit 2015 arbeiten die Organisationen gemeinsam zusätzlich in einem europäischen Projekt zu Qualifizierungsvoraussetzungen für erfolgreichen Kulturtourismus in ländlichen Räumen (Infos unter www.europetour.tips ).

Seit 2016 organisiert die Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand in diesem Kontext regelmäßige Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltungen („Forum Kulturtourismus“) für Leistungsträger aus dem Kulturtourismus. Dabei geht es ausdrücklich darum, direkt mit den kulturschaffenden Akteuren zu arbeiten und diesen Hilfestellungen und Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. Touristiker aus dem Aktionsgebiet sind ebenfalls zu den Treffen eingeladen, für diese Gruppe ist jedoch ein anderes Ziel formuliert: Die Touristiker auf der lokalen Ebene sollen Anregungen zum Aufbau lokaler Netzwerkstrukturen erhalten, um dem übergeordneten Netzwerk zuzuarbeiten und marktfähige Bausteine für eine großräumigere Vernetzung entwickeln.

Aus dieser Zusammenarbeit haben sich besondere Bedürfnisse und spezielle Hemmnisse von Seiten der Leistungsträger ergeben und werden sich im weiteren Prozess (monatliche Treffen) ergeben. Einige Punkte können wir selbst lösen, bei einigen Aspekten suchen wir Unterstützung über ein Coaching im Culturcamp Contest.

Hintergrund und warum wir glauben, eine Modellregion zu sein
Das kulturelle Erbe der Region Heilbronn-Franken ist sehr vielfältig (mehr dazu unter www.kiratour.de). Allerdings ist die Zahl der größeren Einzelattraktionen, die für sich allein als Reisemotiv wirken, begrenzt. Die Einbindung der kulturtouristischen Angebote in die Vermarktung als Rad-, Wander- und Weinregionen der im Gebiet aktiven fünf Tourismus- und Naturparkorganisationen ist erfolgt, und die Vermarktung als Tagesausflugsziele wird erfolgreich betrieben. Allerdings wird bisher „die Kultur“ nur wenig als differenzierendes und profilierendes Element für die Tourismusarbeit in der Region genutzt. Dies soll mit Hilfe der Coaching- und Beratungsangebote optimiert werden.

Die besondere Herausforderung im Projektgebiet besteht in den sehr kleinteiligen DMO-Strukturen. Die Projektpartner Kultur und Arbeit e.V., Kira Netzwerk und die Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand sind davon überzeugt, dass nur eine großräumigere Vernetzung der kulturellen und kulturtouristischen Angebote zum Erfolg führen wird. Dabei stellt sich dann aber die Frage: "Welche Destination ist dann unsere Bühne?"

Spezifische Fragestellungen
Vor diesem Hintergrund sind für die kulturtouristische Netzwerkarbeit der Region Heilbronn-Franken weitergehende Ziele formuliert, die folgende Fragen aufwerfen:

  • Wie lassen sich buchbare kulturtouristische Angebote entwickeln, die als Reisemotiv Übernachtungsaufenthalte auslösen und wie lassen sich diese "verkaufen"?
  • Wie lässt sich eine großräumige Vernetzung über die Grenzen der fünf im Gebiet agierenden Tourismuseinheiten hinweg realisieren?
  • Wie lässt sich die Einbindung in national und ggf. international agierende kulturtouristische Netzwerke (bspw. Internationale Burgenstraße, Deutsche Fachwerkstraße, …) optimieren?
  • Wie lassen sich die lokalen Ziele in die Dachmarke „Kultursüden“ der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg einbinden?

Gewünschte Beratung und Unterstützung
Konkrete Unterstützung und Coachingleistungen in folgenden Punkten können die Netzwerkarbeit unterstützen und helfen, buchbare Angebote am Markt zu platzieren:

  • Aufbau einer Kommunikations- und Marketingstrategie, um

a) das Netzwerk langfristig arbeitsfähig zu erhalten (hierbei geht es auch um Organisationsfragen),
b) Marketingbudgets bereitzustellen.

Dies erfolgt unter der besonderen Fragestellung, welche Gebietseinheit als „Destination für den Kulturtourismus“ am effektivsten ist bzw. wie gebietsübergreifende Angebote in die Marketing- und Kommunikationsstrategie der fünf im Gebiet aktiven Tourismusmarketingorganisationen eingebunden werden können.

  • Piloten für Finanzierungskonzepte

In europäischen Projekt EUROPETOUR werden derzeit bewährte und innovative Finanzierungskonzepte für den Kulturtourismus im ländlichen Raum erfasst und bewertet. Diese eröffnen völlig neue Chancen für Akteure aus Kultur und Tourismus und sollen in drei Pilotaktionen getestet werden.

  • Coaching für die konkrete Produkt(weiter)entwicklung mit zwei Subzielen

a) Produktdiversifizierung, sodass sich einzelne Anbieter sowohl in „Special Interest“-Produkten als auch in eher „populären“ Produkten mit vorrangig gesellig-unterhaltsamem Charakter Angebote einbringen können (Angebotskombinationen und Mischformen im Sinne des Beitrags von Heike Bojunga vom 11.1.2017 ), mit denen der Aspekt „Geld verdienen“ realisiert werden kann.

Speziell mit den „populären“ Produkten wollen wir Menschen für unser kulturelles Erbe begeistern und neue Zugänge zu Themen schaffen (Gewinnung neuer Zielgruppen); Beispiel: „Da-Vinci-Code-Effekt“ in Bezug auf religiöse/spirituelle Hintergründe.

b) Unterstützung bei der Entwicklung einer Marketingkonzeption in den Special-Interest-Segmenten → Auswahl geeigneter Kommunikationskanäle und Kommunikationsmedien, Strategie für eine gemeinsame zielgerichtete Kommunikation möglichst vieler Partner/Leistungsträger, Gestaltungsraster für Medien und Kommunikationsmittel

  • Entwicklung eines Tools zur Gästebefragung

Aus den Veranstaltungen des "Forums Kulturtourismus" hat sich ergeben: Für eine zielgruppengenaue Produktentwicklung und anschließende Qualitätskontrollen fehlen bei den Leistungsträgern Marktdaten. Die Frage „Wer sind unsere Gäste?“ können die wenigsten im Detail beantworten bzw. sind es häufig „Wir glauben, dass. …“-Aussagen. Im Rahmen des Coachings sollte im Optimalfall ein Befragungstool konzipiert werden, mit dem gerade auch kleinere Leistungsträger im Kulturtourismus arbeiten können (Handling der Befragung selbst und Auswertung der Daten). Ein großer Zusatznutzen wäre, wenn die Daten von einer übergeordneten DMO aggregiert werden und Auswertungen pro Leistungsträger, pro „Produkt/Angebot“ und für die gesamte Destination einfach erstellt werden könnten (als Service der DMO für die Partner und Leistungsträger).

Anprechpartner:
Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand e.V.
Tanja Seegelke
Telefon 07131 994-1390
www.HeilbronnerLand.de

Hinweis zum ländlichen Raum in der Region Heilbronn-Franken

Zum Projektgebiet gehören 4 Landkreise mit folgenden Strukturen

  • Landkreis Heilbronn: 11 von 46 Kommunen „Ländlicher Raum im engeren Sinne“ und 23 Kommunen als „Randzone um Verdichtungsräume)
  • Hohenlohekreis: alle 16 Kommunen „Ländlicher Raum im engeren Sinne“
  • Main-Tauber-Kreis: alle 18 Kommunen „Ländlicher Raum im engeren Sinne“
  • Landkreis Schwäbisch-Hall: 22 von 30 Kommunen „Ländlicher Raum im engeren Sinne“, 8 Kommunen als „Verdichtungsbereiche im ländlichen Raum“

Quelle: MLR Baden-Württemberg

ForumKulturtourismus@HeilbronnerLand,

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