Mecklenburg-Schwerin – Cinderella im Dornröschenschlaf!

Culturcamp Contest
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Ausgangssituation – Wer oder was ist Mecklenburg-Schwerin

Wiegende Korn- und duftende Rapsfelder werden durchschnitten von uralten Alleen. Klare Badeseen, urige Dörfer, idyllische Gutshöfe, charmante Altstädtchen und traumhafte Schlösser sind selten weiter als ein paar Kilometer entfernt. Es gibt liebenswerte ländliche Traditionen und Gerichte, die Leib und Seele verwöhnen. Da hierzulande gefühlt manchmal die Zeit für einen Augenblick stillzustehen scheint, bleibt genug Puste für die wirklich schönen Momente im Leben – Gehetzte Gesichter sind hier Fehlanzeige, stattdessen wird hier Gemütlichkeit großgeschrieben. Ursprünglich, malerisch und verträumt wirkt die Region; und bis jetzt könnten wir fast überall in Norddeutschland sein.

Mecklenburg-Schwerins Naturraumpotentiale sind gewaltig – Doch seine Kulturraumpotentiale definieren seine Einmaligkeit

Addieren wir jetzt zwei UNESCO-Biosphärenreservate – die Flusslandschaft Elbe und die ehemalige innerdeutsche Grenzregion am Schaalsee. Hinzu kommen zahlreiche große Naturschutzgebiete, wie die Lewitz oder der Schweriner See. Ein Band aus Wasser, die Müritz-Elde-Wasserstraße, verbindet die Region bis hinein in das Gebiet rund um Plau am See, dem Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte. Von ihren Bewohnern sind die Kulturlandschaften, wie die Griese Gegend mit ihren Landstädten geprägt. Ob reetgedeckte Bauernhäuser, Gutshäuser mit zweitem Leben und blütenprächtigen Gärten - häufig sind ihre Besitzer Kunst- und Kulturschaffende, sie beherbergen Ateliers, Cafés, Ferienwohnungen, Museen oder Manufakturen. Dabei sind zahlreiche Einwohner zugezogen aus Ballungszentren und verwirklichen hier eigene Lebensträume. Menschen, die hier Wurzeln schlagen, um ihre Kunst, ihr Handwerk oder Manufakturprodukte im wörtlichen Sinne in die Welt zu tragen. Das Spektrum reicht dabei von Ausstellungen in Gärten, in historischen Kaufhäusern, bis hin zum großen Skulpturenpark und Galerie für zeitgenössische Kunst mitten im ländlichsten Mecklenburg. Dazwischen liegen die Kulturschwergewichte der Region und sogar des gesamten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Schlossstädte Schwerin und Ludwigslust, mit ihren imposanten Bauten, international bedeutsamen Museen, herausragenden Schlossparks und einem exklusivem Kulturangebot mit Ausstrahlungskraft weit über die Region hinaus. Eines der ältesten Orchester Deutschlands spielt hier. Das Mecklenburgische Staatstheater steht in einer jahrhundertealten Tradition höfischer Schauspielhäuser und sobald das Wetter wärmer wird, ist Mecklenburg-Schwerin eine echte Open-Air Region – vom klassischen Hochkaräter bis zum Elektronikfestival. Mecklenburg-Schwerin ist durchzogen von einem Netz an Initiativen mit einer unglaublichen Vielfalt. Museumsverbünde, Künstlernetzwerke, Themenrouten für Rad-, Wanderer und Autofahrer. Das verbindende Element, das den Besucher bei seiner Reise durch die Region führt, ist dabei immer ein Kulturelles. Vollumfänglich trifft die Bezeichnung des „ländlichen Raums als Bühne“ hier zu, sei es für Kunst, Geschichte, Musik, Literatur, Architektur, (seltenes) Handwerk, Agrarkultur und vieles mehr.


Problemstellung – Das Gesicht der „Unbekannten Schönen“

Die Schönheit dieser Region wird meist eher durch Zufall bei einem Abstecher von der Ostseeküste Mecklenburgs oder einem Ausflug aus den Metropolen (Hamburg oder Berlin) überraschend entdeckt, als dass man sich bewusst für einen Urlaub entscheidet. In der Vermarktung bleibt sie auf Einzelteile zersplittert und kann Netzwerkpotenziale häufig nicht nutzen. Das Kernproblem liegt in der fehlenden, eindeutigen Positionierung und Profilierung.

Im Sinne einer nachhaltigen touristischen Entwicklung der gesamten Region besteht die große Aufgabe darin, der „unbekannten Schönen“ (Mecklenburg-Schwerin) ein Gesicht zu geben. Vorhandene, außergewöhnliche Angebote müssen gemeinsam mit den wirkenden Akteuren als Leuchttürme (USPs) der Region herausgestellt werden, um letztlich das gemeinschaftliche Profil der Region zu erarbeiten bzw. zu schärfen. Für diese essentielle Arbeit, die ein hohes Maß an Netzwerkarbeit erfordern wird, bleibt uns als Tourismusverband im operativen Geschäft leider keine Zeit.

Es gilt also, vorhandene Angebote, Netzwerke und Initiativen* im Kontext strategisch gewünschter regionaler Entwicklungen* seitens der Gebietskörperschaften zusammenzuführen und zukunftsversiert als touristische, attraktive Produkte zu verknüpfen.

Zwischen Metropolengarten und Küstenhinterland

Dabei geht es auch darum, die aktuellen Wege der Vermarktung der Region auf den Prüfstand zu stellen. Innerhalb der Regionen Mecklenburg-Vorpommerns nimmt Mecklenburg-Schwerin insofern eine Sonderstellung ein. Das kulturelle Angebot der Region mit seinen vielen Facetten prädestiniert es für den typischen Mecklenburg-Vorpommern Urlauber zum Tagesausflug von der Küste, zum Schlechtwetterangebot und zum Ausweichziel, wenn Küste und Seenplatte bereits ausgebucht sind. Die Ausstrahlungseffekte sind hierbei nicht zu unterschätzen, doch noch kann das unscharfe Profil der Region nicht helfen diese Gäste als potenzielle neue Urlauber zu binden. In Anbetracht knapper Marketingmittel und personeller Ressourcen der Region stellen sich zentrale Fragen. Ist das „Küstenhinterland“ zu sein Mecklenburg-Schwerins sinnvollste Marketingstrategie? Ist eine stärkere Fokussierung auf die Metropolregion Hamburg zielführender? Kann es gelingen die Region mit ihrem kulturellen Angebot zu einer eigenständigen Destination zu emanzipieren?


Projektidee – Wo soll die Reise hingehen

  • geschützte Landschaften (EU-Vogelschutzgebiete, Lewitz und Schweriner See)
  • Naturparke (Nossentiner Schwinzer Heide, Sternberger Seenland)
  • unzählige Biotope (Moore, Flussläufe, Wasserbiotope)
  • einzigartige UNESCO Biosphärenreservate (Schaalsee, Flusslandschaft Elbe)
  • Schlösser (darunter die landesherrlichen Residenzen), Burgen, Herrenhäuser,
  • Gärten und Parkanlagen von europäischem Rang
  • Guts- und Bauerndörfer
  • (Freilicht-)Museen, Galerien,
  • Theater (u.a. das Mecklenburgische Staatstheater mit dem drittältesten Orchester Deutschlands, das Junge Staatstheater und die niederdeutsche Bühne in Parchim)
  • Musik (Ludwigsluster Schlosskonzerte, Sperger-Wettbewerb, zahlreiche Events der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern)
  • regionale Erzeuger sowie Künstler und (Kunst-)Handwerker mit unterschiedlichster Größe (Vielanker Brauhaus, Obstbrennerei Schwechow, Gläserne Molkerei, Webereien, Segelmacher, Hutmacher, Schuh- und Porzellanmanufakturen, Kunsthandwerker…)
  • Events mit vernetzendem Charakter: Kunst Offen, Offene Gärten, Schlossfest Schwerin, Schweriner Kultur- und Gartensommer, Tüffelwochen, VELO CLASSICO Germany
  • Routen (Musische Gartenroute, ManufakTour, Bienenstraße, Sakralbautenradweg, Raseneisensteinradwanderweg, Klosterdreieck-Wanderweg, Gestütsweg, Lehm- und Backsteinstraße (mit international renommierten Kompetenzzentrum, Europäische Route der Backsteingotik, Museumsverbund Griese Gegend, Mecklenburgische Sagen- und Märchenstraße und vieles mehr)

zu bieten haben, sind üppig, einzigartig in ihrem Mix und damit sehr vielversprechend, was die Attraktivität des gesamten touristischen Produkts angeht. Erste nennenswerte Netzwerke bzw. Leuchttürme haben sich bereits herauskristallisiert. Dazu gehören die „Liebschaft Mecklenburg“ oder die Regionalmarke des Biosphärenreservates Schaalsee „Mit Leib und Seele“.

Anhand der Ergebnisse eines solchen Profilierungsprozesses würden wir als zuständige Destinationsmarketingorganisation unsere eigenen Marketingmaßnahmen neu ausrichten, angefangen mit der Überarbeitung unserer Informationsmittel (Online und Print). Ebenso werden wir die Erkenntnisse dieses Prozesses auch dort einbringen, wo wir Einfluss auf das Destinationsmanagement haben, bis hin zur Regionalentwicklung.

Ziele – Was erhoffen und wünschen wir uns

Wir erhoffen uns durch das Projekt eine entsprechende Beratung im Hinblick auf die gewünschte Profilierung sowie Coaching- bzw. Netzwerkrunden mit den wichtigen Akteuren aus der Region, um gemeinsam vorhandene Strukturen, Angebote und Initiativen zu bündeln und USPs herauszustellen. Ein neutraler, fachlich kompetenter Mediator ist in einem solchen Prozess unabdingbar, wenn die Ergebnisse von einem Großteil der Beteiligten auf lange Sicht mitgetragen werden sollen. Wünschenswert wäre, dass am Ende der Projektlaufzeit ein Netzwerk aus allen wichtigen Initiativen und Akteuren entstanden ist und es einen dauerhaften Kümmerer gibt, der eben dieses Netzwerk als tragfähige Struktur weiter betreuen, begleiten und ausbauen kann.

Der Tourismus stellt hierzulande eine große Chance für viele Akteure dar. Wir verstehen Tourismus in dieser Region schon lange auch als Impulsgeber einer ganzheitlichen der regionalen Entwicklung. Mecklenburg-Schwerins zentrales Merkmal ist sein enormes Kulturpotential. Dessen stetige Entwicklung wäre eine Aufwertung des gesamten ländlichen Raumes. Wir benötigen jedoch* Unterstützung bzw. einen Anschub*, um die so wichtige Profilierung Mecklenburg-Schwerins als Destination endlich anpacken zu können. Erst wenn die Region „ihr Gesicht“ bekommen hat, hinter dem alle Beteiligten auch stehen, können wir eine gemeinsame Vermarktungsstrategie entwickeln und zur Stärkung des Bekanntheitsgrades und zum Aufbau des Images unseren wichtigen Beitrag leisten. Erst dann beginnt die Entwicklung Mecklenburg-Schwerins als touristische Destination.

Wir stehen in den Startlöchern und freuen uns auf jede Unterstützung!

Kontakt – Wer steht Rede und Antwort

Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e.V.
Ilka Rohr
Puschkinstraße 44 / Rathaus, 19055 Schwerin
Telefon 0385 - 59189875
Fax: 0385 - 59189874
E-Mail: info@mecklenburg-schwerin.de
Web: www.mecklenburg-schwerin.de

Ilka Rohr,

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