Fragestellung für die Zugspitz Region: Vernetzung durch Storytelling

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Die Projektstarts in den Modellregionen beginnen zeitversetzt. Deshalb fand im August 2016 die erste Klausurtagung zur Zugspitz Region mit dem Destinationsmanagement und dem Verantwortlichen für das Rahmenprogramm der Bayrischen Landesausstellung 2018 (Kloster Ettal) statt.

Ausgangslage: Die Zugspitz Region, bestehend aus den Regionen Ammergauer Alpen, Das Blaue Land, Alpenwelt Karwendel, Zugspitzland uns der Stadt Garmisch-Partenkirchen, weist eine überdurchschnittlich hohe Tourismusintensität auf. Die Vernetzung der kulturellen Einrichtungen untereinander und in Kombination mit touristischen Angeboten steht hingegen erst am Anfang. Eine Kooperation von kulturtouristischen Leuchttürmen und kleineren Kulturanbietern sowie Touristikern findet kaum statt.

  • Vernetzung: Es gibt ein aktuelles, gemeinsames Faltblatt aller Museen in der Region, das jedoch keine erkennbaren Effekte hatte (z.B. Erhöhung der Besucherzahlen, Ansprache neuer Gäste).
  • Das Handeln der Museumsdirektoren ist von einer eher kuratorischen Perspektive geprägt und damit sehr stark auf das „Bewahren“ und wenig auf die touristische Vermarktung ausgerichtet.
  • Es gibt Hemmnisse beim Aufbau einer digitalen Infrastruktur bzw. dem Einsatz digitaler Medien in der kulturtouristischen Vermarktung, weil es in weiten Teilen der Region keinen stabilen Datenempfang gibt.


Die Fragestellung: Wie kann die Landesausstellung 2018 „Mythos Bayern – Wald, Gebirg und Königstraum“ langfristig zur Vernetzung und Vermarktung kulturtouristischer Angebote genutzt werden?

Das Ziel: Kultur- und touristische Anbieter unter dem thematischen Dach der Landesausstellung zu vernetzen und darauf aufbauend langfristig tragfähige Strukturen über die Dauer der Ausstellung hinaus zu schaffen, die für die touristische Vermarktung von Kulturangeboten geeignet sind. Während der Ausstellung sollen darüber hinaus die Besucher und Gäste vom Ausstellungsort Kloster Ettal in die Region geführt werden, um wirtschaftliche Effekte für die Region und die touristischen Anbieter zu erreichen.

Umsetzung: Für die Umsetzung haben wir in der Region u. a. ein neues Konzept des touristischen Storytellings vorschlagen, das den Besuchern neue Erfahrungen ermöglicht, touristische Anbieter vernetzen soll und zugleich durch interaktive Angebote Aufschlüsse über das Besucherverhalten der Gäste geben kann. Das geplante Transmedia-Rätsel soll inhaltlich aus dem Ausstellungskonzept des Hauses der Bayerischen Geschichte zur Landesausstellung sowie dem begleitenden Rahmenprogramm abgeleitet werden. Erste Vorschläge dazu wurden gemeinsam mit dem Rahmenprogramm-Koordinator, Nikolaus Faulstroh, sowie der Projektverantwortlichen vom Haus der Bayerischen Geschichte, Frau Dr. Hamm, erarbeitet. Darüber hinaus werden derzeit Gespräche mit interessierten bzw. geeigneten Partnern aus Kultur und Tourismus geführt (darunter u.a. das Freilichtmuseum Glentleithen, das Museum Oberammergau, das Geigenbaumuseum Mittenwald sowie die Bayerischen Staatsforsten), um erste Inhalte und Themen für die zu entwickelnden „Geschichten“ zu erarbeiten.

Transmedia-Rätsel: Storytelling-Konzept zur Vernetzung von Kulturanbietern

Mit einer neuen Form des Storytellings soll das geplante Transmedia-Rätsel kulturtouristische Angebote über eine (fiktive) Handlung vernetzen, die sich jedoch auf reale Geschichten aus der Region beziehen soll. Ausgehend von einer Basiserzählung könnten sich nach und nach immer mehr Einzeleinrichtungen an die „Story“ anschließen. Damit würden zusätzliche Anlässe geschaffen, Sehenswürdigkeiten zu besuchen und Gäste vor, während und nach der Reise anzusprechen.

Für die Umsetzung sollen gängige Kommunikationskanäle wie Anrufe, SMS, Mails, Postsendungen, Social Media und Websites der Destinationen genutzt werden, um mit den Gästen in Interaktion zu treten. Das hätte den Vorteil, dass keine zusätzliche Infrastruktur wie z.B. Beschilderung geschaffen werden oder Instrumente wie Apps oder Spiele technisch umgesetzt werden müssten.

Die Rezipienten sollen in eine Geschichte eintauchen dürfen. Sie sollen selbst zu Akteuren werden und eine einzigartige Symbiose aus Wirklichkeit und Fiktion in der Region erleben, in der sie ihren Urlaub verbringen. Durch die individuelle Ansprache und ein großes Maß an Flexibilität und Automatisierung können überraschende Effekte kreiert werden, die Neugierde wecken und zum Handeln animieren.

Im Rahmen eines gemeinsamen Start- und Endpunktes sollen die Rezipienten selbst entscheiden können, was sie erleben möchten und wie intensiv sie tatsächlich in der Geschichte mitwirken.

Das Rätsel soll Besucher durch einen Mehrwert zum Angebot locken und Anlass für begleitende Kommunikation in digitalen (Website, soziale Medien) und analogen (Flyer, Presse etc.) Medien bieten. Damit kann es neue Gästegruppen erschließt und Effekte im Marketing haben. Darüber hinaus es die Interaktion ermöglichen, zeitnah und aktuell Informationen über das Besucherverhalten zu generieren und kann so auch als Instrument in der Marktforschung eingesetzt werden.

Foto © Zugspitz Region

Heike Bojunga,

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