Fragestellung für die WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg: Bündelung von Image und Innovation

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Im März 2017 hat das Projektteam die Arbeit mit den Verantwortlichen und Partnern des Tourismusverbandes WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg aufgenommen. Die drei Kernthemen WelterbeCard, der Veranstaltungs- und Museumsstandort Ferropolis sowie die Optimierung der Onlinevermarktung der regionalen Freizeit- und Kulturangebote sollen im Fokus der Projektarbeit stehen.

Fragestellung

Wie kann es gelingen, die Kultur- und Freizeitangebote der Region auch jenseits der zentralen Leuchttürme bekannter und attraktiver zu machen? Wie lassen sich hierbei neue Zielgruppen ansprechen und die WelterbeCard sowie die Festivals auf dem Ferropolis-Gelände (besser) nutzen?

Ausgangslage

Die WelterbeRegion birgt ein vielfältiges, polythematisches Kultur- und Freizeitangebot. Als kulturelle, weit über die Region ausstrahlende und identitätsstiftende kulturtouristische „Leuchttürme“ lassen sich insbesondere die Mittelzentren Lutherstadt Wittenberg (UNESCO Welterbe / »Martin Luther und die Reformation«), Dessau-Roßlau (UNESCO Welterbe / »Bauhaus«) und Köthen (»Johann Sebastian Bach«) sowie die Gemeinde Oranienbaum-Wörlitz (UNESCO Welterbe / »Dessau-Wörlitzer Gartenreich«) und der bei Gräfenhainichen gelegene Veranstaltungs- und Museumsstandort Ferropolis (»Musikfestivals« und »Industriekultur«) definieren.

Weitere Orte im Verband, die zur Diversität und Fülle des kulturellen Angebots der Region beitragen, sind Annaburg, Bernburg, Bitterfeld-Wolfen, Coswig, Gemeinde Muldestausee, Kemberg, Zerbst und Zahna-Elster. Neben den vorrangig urbanen Bereichen bieten die die Region prägenden natürlichen Landschaften, das Biosphärenreservat Mittelelbe (UNESCO Welterbe), der Landschaftspark Goitzsche, der Naturpark Dübener Heide, der Naturpark Fläming und der Naturpark Unteres Saaletal sowie zahlreiche Naherholungsmöglichkeiten der verschiedensten Seelandschaften der Region, synergetische Gegenpole zu den Kulturzentren.

Zu beobachten ist, dass die kulturellen Leuchttürme die vielfältigen Aktiv-, Kultur- und Freizeitangebote des umliegenden ländlichen Raums sehr stark überstrahlen.

Zielgruppen und Ansprache

  • Das Angebot der benannten kulturellen Leuchttürme richtet sich vorrangig an überregionale Touristen aus dem deutschen Sprachraum die den altersbezogenen Zielgruppen der Mid Ager mit Familie (insb. Kinder und Jugendliche), Best Ager und Senioren entsprechen.
  • Darüber hinaus sollen Aktiv- und Naturtouristen jeden Alters angesprochen werden.
  • Jeder zehnte Besucher in 2016 kam aus dem europäischen Ausland (insb. Skandinavien, Belgien, Niederlande). Eine Steigerung der Besucher aus den USA im Kontext der Luther-Marketingaktivitäten ist spürbar.
  • Die Übernachtungszahlen im Jahr 2016 belaufen sich auf 1,137 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um rund 80.000 Übernachtungen.
  • Im Durchschnitt verweilen Touristen zwei bis vier Tage in der Region. Bedingt durch die zentrale Lage der WelterbeRegion in Deutschland, aber auch im europäischen Kontext, zeichnet sich diese als vielseitiges Kurzreiseziel aus.
  • Eine konkrete Ansprache der einheimischen Bevölkerung findet derzeit eher unzureichend statt.
  • Die kulturtouristischen Angebote in der Region werden vorrangig über Printprodukte aber auch online über die Website des Tourismusverbandes vermarktet.

Tourist-Karte WelterbeCard

  • Ein zentrales Instrument zur Bündelung und Vermarktung des kulturellen Angebots (POIs und Veranstaltungen) sowie dessen Inwertsetzung ist die im Dezember 2016 eingeführte Tourist-Karte WelterbeCard.
  • Die WelterbeCard berechtigt zum Zugang für 86 Einrichtungen und Leistungen (Museen, Kirchen, Klöster, Parks und Gärten, Aktivangebote etc.).
  • Die WelterbeCard wird derzeit vorrangig über die Website des Tourismusverbandes (www.anhalt-dessau-wittenberg.de), eine eigene Website (www.welterbecard.de), einen eigenen Facebook-Kanal (www.facebook.com/welterbecard) sowie mittels eines gedruckten Reiseführers beschrieben und vermarktet.
  • Die Karte kann an 46 Verkaufsstellen oder über die Microsite erworben werden.

Besuchermagnet Ferropolis

  • Zwei bis vier Tage verbringen die Besucher der unterschiedlichen Musikfestivals auf dem Gelände des Veranstaltungs- und Museumsstandortes Ferropolis.
  • Pro Jahr können die einzelnen Veranstalter mehrere zehntausende Besucher begrüßen (bspw. Melt!-Festival 2016und Splash-Festival je rund 20.000 Besucher).
  • Die Festivalbesucher fahren jedoch i. d. R. ausschließlich zum Festival und reisen danach wieder ab.
  • Dazu kommen eine Vielzahl Gäste anderer Veranstaltungsformate (Flohmärkte, Feuerwerkshows, Bergmannstage etc.) sowie zahlreiche Museumsbesucher, die vorrangig der Industriekultur / dem Bergbau zugetan sind.
  • Der Tourismusverband und seine Mitglieder streben an, die Festivalbesucher für die Kultur- und Freizeitangebote der umliegenden Region zu gewinnen. Allerdings waren dahinführende Maßnahmen bisher kaum von Erfolg gekrönt.
  • Ferropolis soll neben den Themen Reformation, Bauhaus und Naturerlebnis als zentraler Besuchermagnet, und auch als Multiplikator für die Region gestärkt werden.

Zielstellung

Die WelterbeCard soll im Zusammenspiel mit Ferropolis die Bekanntheit der WelterbeRegion insbesondere beim jungen Publikum steigern und speziell diese Gästegruppe als Multiplikatoren für die hier beheimateten Kultur- und Freizeitangebote gewinnen.

Lösungs- und Umsetzungsansätze

Ansatz 1: WelterbeCard

  • Steigerung der Bekanntheit der Karte in der Region und Erhöhung der einheimischen Nutzer durch eine Steigerung des Binnenmarketings
  • Etablierung der WelterbeCard als ein Souvenir
  • Verbesserte und multimediale Darstellung von Nutzen und Funktion der WelterbeCard
  • Knüpfung weiterer Kooperationen (bspw. Presse und Rundfunk) und Vergrößerung des Akzeptanzstellennetzwerks sowie des nutzbaren Leistungsspektrums
  • Einbindung von ÖPNV-Angeboten in das Leistungsspektrum der WelterbeCard

Ansatz 2: Ferropolis

  • Ferropolis als Synergiemotor und Schaufenster für die Region
  • Kulinarik der Region als Multiplikator auf dem Festivalgelände

Fotos: © WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V.

Culturcamp-Redaktion,

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