Fragestellung für die Mecklenburgische Seenplatte: Sichtbarkeit durch Synergie

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Parallel zur WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg begann das Projektteam zusammen mit Touristikern und Kulturschaffenden im März 2017 die Recherchearbeit für die Mecklenburgische Seenplatte .

Fragestellung
Wie können Produktentwicklung, Vernetzung, Bündelung und Sichtbarkeit der regionalen Kulturangebote verbessert werden, um

  • Nachfrager zu Besuchen in der Region bzw. zu längeren oder Wiederholungsaufenthalten zu motivieren.
  • Multiplikatoren die kenntnisreiche und authentische Weiterempfehlung der Angebote zu ermöglichen und damit auch die Beratungsqualität für die Gäste zu erhöhen?

Wie können in diesem Zusammenhang die bestehenden POI- und Kultur-Portale des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern genutzt und erweitert werden, um die Qualität und Quantität des bestehenden kulturellen Veranstaltungsportfolios in der Mecklenburgischen Seeplatte langfristig zu bündeln und dadurch den Kulturtourismus in der Region zu stärken?

  • In der Region gibt es ein vielfältiges, aber kleinteiliges Kunst- und Kulturangebot. Dazu zählen Veranstaltungen und Veranstaltungsorte wie »KunstOffen«, Konzertkirche Neubrandenburg, Theater, Museen, Konzerte, viele einzelne Künstler und Akteure. Die Guts- und Herrenhäuser bilden einen für die und in der Region wirkenden Identifikationsfaktor. Ihre Alleinstellungsmerkmale sind Wohnkultur, Esskultur, Lebensart, gutswirtschaftliche Landschaften und Landwirtschaft
  • Es fehlt den Kulturanbietern jedoch vielfach das Personal und Know How, um eigene Angebote professionell und nachhaltig zu konzipieren, zu realisieren und zu vermarkten.
  • Viele Kulturakteure produzieren und verteilen sehr viele einzelne Flyer und schalten Anzeigen bei diversen Medienanbietern.
  • Dazu kommt, dass das Angebot an Werbemedien und Werbekanälen sehr unübersichtlich ist. Es gibt ein großes, unübersichtliches (Über-)Angebot an Portalen (On- und Offline-Veranstaltungskalender) und vergleichbaren Werbekanälen. Zum Teil sind die Kulturanbieter bei der Schaltung mehrfach vertreten und es herrscht die Auffassung, dass man in allen Kanälen präsent sein muss, um die Gäste zu erreichen. Dies führt zu einem immensen Arbeits-, Mittel- und Zeitaufwand, der mit derzeitigen Personal- und Budgetkapazitäten kaum zu stemmen ist.
  • Auch dem Gast erleichtern die Zersplitterung, Unübersichtlichkeit und Überschneidungen der Medien und Portale keinesfalls seine Reiseplanung. Eine kaum handhabbare Flut an Flyern und anderen Druckprodukten belegen die Auslagen massenhaft. Die darin befindlichen Informationen gelangen angesichts dieses Überangebotes an Informationen jedoch nur teilweise an die Gäste.
  • Aber für auch die Multiplikatoren in Tourist-Informationen oder an den Hotelrezeptionen ist es nicht einfach, einen aktuellen Überblick der Kulturangebote in der Region zu behalten.
  • sind oft überrascht, wie viele Kulturangebote tatsächlich vorhanden sind.
  • finden aufgrund der Unübersichtlichkeit aber nicht das, was sie suchen.
  • besuchen zu rund einem Fünftel Museen und Ausstellungen in der Region.
  • haben sich zu 40 % vorab auf den regionalen und örtlichen Portalen der Tourist- Informationen (TIs) informiert.
  • sind zu 39 % Stamm- und Intervallgäste
  • Bei Multiplikatoren und Gastgebern, insbesondere bei den Gutshausherren, besteht Bedarf nach mehr Informationen über das Kulturangebot der Region.
  • Als Service beraten die Kultureinrichtungen teilweise auch die Gäste zur Region, in Stoßzeiten ist dies jedoch nicht leistbar. Ein auf der bestehenden Point-Of-Interest-Datenbank (POI) beruhendes Instrument könnte Abhilfe schaffen und zudem andere Medien (bspw. Hotelzeitungen) speisen.
  • Die Priorität bei der Empfehlung soll aus Sicht der Akteure das Angebot vor Ort haben. Dieses ist vielfach bekannt. Bedarf besteht daher eher bei weiter entfernten, unbekannteren Kulturangeboten.
  • Die Tourist-Informationen sind in ihren Tätigkeiten auf den Endkunden und weniger auf Kulturanbieter und Multiplikatoren fokussiert.
  • Bei den kulturinteressierten Zielgruppen unterscheiden die Akteure zwischen denen, die eine Veranstaltung als Reiseanlass nutzen und denen, die die Region auswählen und sich vor Ort über das Kulturangebot informieren.
  • Die Zusammenarbeit mit dem Gastgewerbe gestaltet sich einseitig. In der Nebensaison ergibt sich zudem die Problematik, dass die Gastronomie vielfach geschlossen ist.

Zielsetzung
Die in der Region beheimateten Anbieter aus Kultur und Tourismus sollen mehr von- und miteinander partizipieren, um das gesamte Portfolio an Veranstaltungen und weiteren kulturellen Angeboten bekannter und sichtbarer zu machen. Sämtliche Veranstalter müssten sich daher gegenseitig verpflichten an der Pflege und Unterhaltung der zentralen POI-Datenbank mitzuwirken. Darüber hinaus muss fachkundiges Redaktionspersonal, das die Veranstalter bei der Veranstaltungsbewerbung unterstützt und das vielfältige Veranstaltungsportfolio ordnet und ggf. kuratiert, eingestellt und finanziert werden.

Lösungs- und Umsetzungsansätze
1. Online-Concierge
Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte entwickelt in Abstimmung mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern ein Online-Instrument, das das Counter-Personal in Hotels, Tourist-Informationen und Kulturbetrieben bei der schnellen, tagesaktuellen und qualitativ hochwertigen Beratung der Gäste („Was können wir heute in der Region erleben?“) unterstützt. Darüber hinaus soll dieses Instrument auch dem Gast selbst am heimischen PC oder mobilen Endgerät schnell auf seine Interessen zugeschnittene Ausflugs- und Veranstaltungstipps in der Region ausgeben und dazu verlässliche Zusatzinformationen (Öffnungszeiten, Ticketreservierung und -erwerb, Anfahrt, Parkplätze, Gastronomie, Programm) für den kommenden Besuch liefern. All diese Informationen bezieht der „Online-Concierge“ aus der Point-of-Interest-Datenbank und dem Kulturportal des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern bzw. dem Kulturportal des Landes. Die Pflege, Redaktion und Qualitätssicherung für die POI- und Veranstaltungseinträge soll im Rahmen dieses Ansatzes optimiert werden.

  • Mystery Checks: Bestandsaufnahme der Beratungsqualität am Counter und der Art der Informationssuche durch das Beratungspersonal
  • Verkaufs- und Beratungstraining: Verkaufs- und Beratungspersonal am TI- oder Hotel-Counter
  • Datenschulung: Wie nutzt und pflegt man die POI-Datenbank und perspektivisch den Online-Concierge?
  • Kennenlernen der regionalen Angebote; Ziel: Legitimation zu eigenen, persönlichen Empfehlungen für den Gast: (1) Infoevents/-ausflüge von Touristikern für Touristiker und deren Multiplikatoren: wesentliche Angebote für Veranstalter der Region erlebbar machen; (2) Hospitationssystem: Veranstalter und Touristiker der Region könnten über ein begrenztes Freikartenkontingent verfügen um Veranstaltungen anderer Veranstalter zu besuchen, Ziel: Gegenseitiges Kennenlernen und persönlicher Austausch (Synergie)
  • Findung von personeller Unterstützung für die Redaktion und Pflege der Daten für den Online Concierge

Foto © Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte

Culturcamp-Redaktion,

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