6 Fragen an... Imke Wemken (Ostfriesland)

Kulturlandschaft
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In den kommenden Wochen und Monaten wollen wir auf www.culturcamp.de Verantwortliche aus den nunmehr 5 Modellregionen zu ihren Plänen in ihrer jeweiligen Destination interviewen. Ziel soll es sein einen Einblick in den Arbeitsalltag innerhalb der Regionen zu gewinnen und darüber hinaus, Projektionsflächen für die Arbeitsfelder unserer Leserinnen und Leser zu kreieren. Den Anfang macht Imke Wemken aus Ostfriesland.

Imke Wemken ist seit der Gründung der Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) im Jahre 2005 an Bord. Seit 2013 ist sie Geschäftsführerin der OTG und vermarktet mit Ihrem Team die gesamte ostfriesische Halbinsel, national wie international. Cultrucamp.de stand die gebürtige Ammerländerin und Diplomgeographin Rede und Antwort zu Ihrem Lieblingsthema: Ostfriesland.

1. Frage Frau Wemken, was reizt Sie an der Arbeit im ländlichen Raum?

Das gute Netzwerk, „man kennt sich“ in Ostfriesland. Bei jeder Gelegenheit weiß immer eine oder einer aus der Runde, wen man speziell bei aktuellen Herausforderungen ansprechen kann.
Mich persönlich reizt das enge Nebeneinander von Natur- und Kulturangebot. Je nach Lust und Laune ist man schnell am Strand, kann eine Radtour unternehmen, sich eine gute Ausstellung anschauen und gerade in den Sommermonaten gibt es ein riesiges Angebot an besonderen Konzerten und Festivals.

2. Frage Bei all den mannigfaltigen Angeboten in Ihrer Destination, stellt sich die Frage gegen welche Blockaden Sie regelmäßig stoßen?

Auf Blockaden stößt man in Ostfriesland eher nicht, denn die Ostfriesen sind ein sehr gelassener Menschenschlag. Wenn etwas nicht rund läuft, trinkt man hierzulande mindestens drei Tassen Tee und findet ganz nebenbei einen guten, gemeinsamen Weg.

3. Frage In Ostfriesland kann man also aufeinander bauen und vertrauen. Mit diesem Zusammenhalt im Rücken, welches Projekt würden Sie starten, wenn Sie – ungeachtet der bekannten, schwierigen Budget- und Personalfragen – einfach loslegen könnten?

Ein Projekt, das uns aktuell sehr begeistert ist „Lostfriesland“. Einfach mal googeln – lohnt sich! Wir sind übrigens dabei, würden das Projektteam gerne noch großzügiger unterstützen und hoffen auf viele weitere Mitstreiter.

4. Frage Was versprechen Sie sich vom Projekt „Die Destination als Bühne – wie macht Kulturtourismus ländliche Regionen erfolgreich“?

Wir sind sehr stolz darauf Kulturmodellregion zu sein und arbeiten in einem kleinen aber feinen Projektteam. Unser Ziel ist es, langfristige Perspektiven für das kulturtouristische Netzwerk Ostfrieslands aufzuzeigen.

5. Frage Sie als Ostfriesland-Kennerin, warum sollten mehr Besucher in Ihre Region kommen und was ist Ihr Geheimtipp für Ausflügler?

Weil es in Ostfriesland einfach so unendlich viel zu entdecken gibt. DEN Geheimtipp gibt es nicht, weil wir ganz viele Vorschläge – je nach Interessenlage des Ausflüglers – in petto haben. So kann man Ruhe mal ganz neu entdecken, wenn man auf den schnurgeraden Fehnkanälen eine Paddeltour unternimmt. Rechts und links Wiesen, darauf unsere Schwarzbunten [Anm. d. Red.: Schwarzbunte Niederungsrind] und weit und breit kein Straßenverkehr zu hören. Oder eine Farbexplosion zur Rhododendronblüte etwa von Mitte April bis in den Juni hinein. Fast jeder Privatgarten – insbesondere im Ammerland – ist mit Rhododendren bestückt und die Farben- und Artenvielfalt kann man am besten bei einer Radtour mit einem Einkehrschwung in einen Rhododendronpark oder den Park der Gärten erfahren. Oder mal aktiv zur Kunst, auch das gibt es in Ostfriesland. Die Kunsthalle Emden kann man hervorragend per Tretboot über die Emder Grachten erreichen, Anleger direkt an der Kunsthalle inklusive.
Und zu jedem Ostfrieslandausflug gehört natürlich ein Blick über den Deich, um sich einmal richtig durchpusten zu lassen. Das Wattenmeer ist seit 2009 UNESCO Weltnaturerbe. Einzigartig, schützenswert, mit riesigem Artenreichtum und unendlichem Spaßfaktor, z.B. wenn die Teilnehmer bei einer geführten Wattwanderung ein Schneckenrennen austragen. Und Ostfriesland ist ein tolles Ausflugsziel für Seh- und Seeleute, die in den beiden großen Hafenstädten Emden und Wilhelmshaven, in den Sielhäfen oder auch an den Meeren, so heißen die Seen im Binnenland, zum Schiffe gucken an den Häfen entlang bummeln.

6. Frage Was planen Sie in Ihrer Region als Nächstes?

Im kommenden Jahr loben wir einen Tourismuspreis für barrierefreie Angebote aus. Seit ein paar Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, unser Angebot entlang der gesamten Servicekette für alle Reisenden komfortabler zu gestalten. Im Rahmen unserer Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland erhalten wir im Austausch mit unseren Partnerregionen immer wieder neue Ideen und Impulse, was alles noch möglich ist. Wir verstehen Barrierefreiheit als Serviceaspekt und haben diesen zum Schwerpunkt des kulturtouristischen Themenjahres Abenteuer Wirklichkeit 2010 gemacht. Vom Tourismuspreis 2017 erwarten wir uns viele kreative, neue Angebote innerhalb der Region.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen zur Modellregion Ostfriesland und zu den kulturtouristischen Angeboten finden Sie auf www.ostfriesland.de

Fotos © Ostfriesland.de

Culturcamp-Redaktion,

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